Meinung – Urteil – Gedanke

Veröffentlicht: 17. Dezember 2016 in Allgemein

Meinung – Urteil – Gedanke

Die Pflicht zum Wahnsinn oder ohne Sinn und Verstand durch Bildungssprache

Gehen Gedanken, Meinungen und Urteile(n) voraus, so entsteht Bildungssprache.

Allgemeine Gültigkeit erlangte:

Die Lehre/n verlangen eine tief gehende Auseinandersetzung mit dieser Welt:

Man zieht Vergleiche, stellt Fragen, soll verstehen, warum es Unterschiede gibt, sucht Gemeinsamkeiten. Gegensätze werden gesucht, gegenübergestellt, kritisiert, analysiert und bewertet. Diese permanente Auseinandersetzung, die auch angeregt wird, ermöglicht intellektuelle Entfaltung.

Der Bedeutungsinhalt des Begriffs Intellektuelle (der/die) wechselte im Laufe der historischen Entwicklung, eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs gab es nie.

Der „duden“ schreibt dazu:

In·tel·lek·tu·ẹl·le
Substantiv [der/die]
1. akademisch oder künstlerisch gebildete Person, die (beruflich) geistigtätig ist.

Ich schreibe dazu:
Gebildet, Bildungsresistent

Kann nicht sein was nicht sein darf oder ist dies lediglich die Folge einer Bildungssprache.

Fähigkeiten lassen sich auch wieder verlernen oder anders gesprochen, Altwissen verliert sich nicht einfach, es muss mühsam umgangen werden.

Das hat seinen Grund: Wir vergessen altes Wissen nicht, wir hemmen nur dessen Abruf. Ein Umweg im Gehirn, der zusätzliche Energie braucht. Zusätzlich erschwert wird das Verlernen durch die Rolle des Kontextes: Wer zum Beispiel Atmosphäre verlernt, hat auch die Situation mitgelernt. In einer anderen Umgebung, einer Party womöglich, ist das neu erlernte Verhalten wieder verschwunden.
Nun sind gebildete Intellektuelle (kurz: GI) bekanntermaßen, eher Langweiler oder anders gesprochen, bequem. Manchmal auch Aufschneider, Fantasten, Fanatiker und vieles mehr. Eben und gerade allerdings, ist eines besonders auffällig, Ihre Sentimentalität. Diese äussert sie in einer enthusiastischen Vorstellung ihres Bildungsstandes geradezu fanatisch. Gut verpackt, lässt sich wunderbar alles doppelt und dreifach verkaufen, was keiner merkt, ist es doch das, was er im Bildungsgetriebe schon einmal gehört, gelesen und auswendig gelernt hat. Vertrautes. Und Vertrautheit, na, genau da wird es dann sentimental. Alles andere also, nur eben kein Enthusiasmus.
Dann wird die Wahrheitssuche dann schnell zum Wahn, zum Ausschlussgeschehen, zur elitären Gesinnung oder anders gesprochen, zu Intoleranz, Feindseligkeit, Unterdrückung und Selbstmitleid zu seicht-kitschigen Inhalt. Kurz:

bürgerliche Bildungsresistenz

 

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Naturgesetz(t) vom Gesetz der Gesetzmäßigkeit

Veröffentlicht: 17. Dezember 2016 in Allgemein

Naturgesetz(t) vom Gesetz der Gesetzmäßigkeit

Es ist eine große Aufgabe der WissenschaftlerInnen, Gesetzmäßigkeit herzustellen und dann auch zu erhalten. Hierbei ist die Fokussierung auf die Verallgemeinerung von Beobachtungen zu betonen, die in einer Systematisierung und Postulierung von Gesetzmäßigkeiten in einer Sprache münden

Daraus ergeben sich zwar Gesetzmäßigkeiten, allerdings keine Naturgesetze, weder postum, noch darausfolgend.

Gesetzmäßigkeit
Bedeutungen:

Recht: Verhältnis oder Zustand, der den geltenden gesetzlichen Regelungen entspricht
Wissenschaft: Prozess oder Zustand, der einem bekannten, regelmäßigen, dokumentierten Ablauf entspricht und sich daraus ergibt

Hier wird also Wissenschaft als Gesetzgeber postuliert.

Es gibt in der Tat zahlreiche „dialektale Lautungen“, die in einer (bislang) erkennbaren Weise allgemeinen Gesetzmäßigkeiten unterliegen, diese sind sondersgleichen, vermutlich als Idiosynkrasien zu werten. Es gibt aber eine lehr- und erlernbare Methode, in der Natur Gesetzmäßigkeiten zu finden.

Wenn Wissenschaftler versuchen die Ergebnisse in die bestehenden Gesetze und Theorie/n einzubinden und reden davon, Hauptsache es passt in die alten Theorien und sich moderne Wissenschaft nennen, anstatt diese ad acta zu legen oder ihre Ergebnisse in moderne Ergebnise einzubinden oder zu verbinden, endet dies zwangsläufig darin, dass ,,so wie mein gerade geschriebener Satz, am Ende nur Murks rauskommt „was keine Sau versteht“.

In diesem Sinne

Der Bart ist schon längst ab.

 

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Spezialisten

Veröffentlicht: 15. Dezember 2016 in Allgemein

 

Systeme die sich nur auf Spezialisten (auch: Fachidioten / Der Dünkel) verlassen, werden Geld verpulvern, Ressourcen verschwenden – und über kurz oder lang scheitern.

Sach(un)verstand allein, dem Dünkel ergeben, reicht nicht aus. Weder in Ministerien, Unternehmen noch in sonst einen gesellschaftlichen Bereich.

Auch Gemeinschaften dünkeln über kurz oder lang, vor sich hin. schauen sie einfach mal um sich.

Intelligenz ist die hohe Kunst, Exzellenz, Präzision und Raffinesse optimal ineinandergreifen zu lassen.

 

Nicht´s neues, allenfalls für den Homo Sapiens unerreichbar.

 

Für die Natur obsolet, indes in ihr reichlich vorhanden.

Stichwort: Metamorphose

Intelligenz ist immer eine Frage von Abwägen in Konflikten und Anforderungen. Es ist die Fähigkeit, mit einem Panoramablick die Konsequenzen eines jeden Handelns zu erkennen. Es ist die Gabe, durch eigenes Geschick das bestmögliche Ergebnis für sich zu erreichen. Es ist das Ziel, seinen eigenen Wachstum zu steigern und seine Eigenleistung zu fördern.

Weder ein Bildungssystem kann dies vermitteln, noch kann ein Karriereverständnis diesen Ansprüchen gerecht werden.

Versunken im Mittelmaß. eine Obduktion (Sezierung) obolet.

Die Wirklichkeit ist offensichtlich.

 

Und doch will Keiner so richtig verstehen, warum er nicht die Sonne im Planetensystem ist.

Der „Führungsschaden“ enorm, in der Folge hat sich Learning-by-Doing etabliert, der Totalschaden somit mit Intelligenz bemäntelt.

Das ist so, als würden Protagonisten Dinge erforschen, die schon längst bekannt sind – und das auch noch ohne Struktur und systematischen Ansatz.

Stetiges Wiederholen des Auswendigen ist nuneinmal kein Lernen, sondern vielmehr das genaue Gegenteil. So what.

Erfahrung, Wissen und die Fähigkeiten und in der Folge das Verhalten. Ein persönlicher Kraftakt und nur daran setzt die Metamorphose an, an dem wer sie sind.

Ein eigenes Wesen, mit eigenem Wissen, mit einer eigenen Identität und speziellem Know-how, das einer Menge Training bedarf.

In der Konsequenz bedeutet dies: Erst wer bereit ist, seine Identität infrage zu stellen, seinen Fokus zu erweitern, dann wird er fähig sein, die Herausforderung mit seinen Prägungen abzugleichen.

Der Rest ist Makulatur. So geschwätzig, gefrässig er auch sein mag.

Nicht´s ändert sich daran. Aus einer Made wird kein Schmetterling und Eintagsfliegen gibt es en masse.

 

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Frieden

Veröffentlicht: 15. Dezember 2016 in Allgemein

Es gibt einen berühmten Spruch im Buddhismus
wie folgt:

„Triffst du Buddha unterwegs, so töte ihn’“.

Unter anderem deutet der auf ein unangemessenes Anhaften an jemanden — tot oder lebend — hin, der einst eine inspirierende Kraft war — es spielt hier keine Rolle, ob Buddha, Jesus, Mohammed, Einstein oder Opa, Oma, Vater, Mutter, —

der jetzt aber ein Hindernis für unabhängiges und freies Denken geworden ist.

 

Warum sollte man sich Gedanken machen über (ihre) Themen (insbesondere irgendein –ismus) wenn man ihnen gesagt hat, was und wie über diese zu denken ist und sie überhaupt nicht mehr anders denken können.

Das verstärkt unvermeidlich die konditionierenden und kultischen Tendenzen, die in allen Gemeinschaften latent sind.

Sobald eine derartige Gruppe ihre eigene „Universität“ beginnt, stehen die Chancen hoch, dass sie eine religiöse Schule wird, in der ihren Studenten Konzepte beigebracht werden (nach denen sie Zertifikate – Mitgliedschat) erhalten).

Im übrigen, ob nun „alles relativ ist“ oder nicht, spielt keine Rolle.

Die Tatsache, dass keine Theorie absolut wahr ist, ist keine Feststellung über Tatsachen sondern über Theorien ist.

Keine Theorie ist wahr für jedermann in jeder Kultur.

 

Deshalb sollten wir bescheiden sein in unseren Theorien, gut dessen gewahr sein, wie sehr wir durch unsere Kulturen und Vorlieben geformt sind.

Und schon garnicht als Wahrheit in den Himmel heben und den Himmel dafür besetzen wollen.

Nebenbei bemerkt:

Micht nur sämtliche Bibliotheken ächzen unter den ehrwürdigen Bänden, die randvoll mit Fußnoten von der gelehrtesten Art sind. Das lässt sie allerdings ,so klug wie zuvor‘ zurück. (siehe oben).

Probieren sie es mal damit:

Jeder Satz muss verdient werden – ein großartiges Motto.

 

Mit frischem Blick

 

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„Von unserer „menschlichen Natur“

Veröffentlicht: 15. Dezember 2016 in Allgemein
  • „Von unserer „menschlichen Natur“ …“

    Von Aussagen, die den Ausdruck bemühen, werden Auskünfte ganz verschiedener Art erhofft:

    darüber, was uns von den Affen unterscheidet;
    darüber, wie unser Reagieren und Handeln zu erklären sind;
    darüber, welche Auswirkungen unsere Körperlichkeit auf unsere Identität hat;

    und darüber, wie wir leben sollten.

     

    Somit erscheint „die Frage nach der menschlichen Natur“ als ein Ruf nach Entdifferenzierungen.

    Es ist immerhin auffallend, welche verschiedenartigen Autoren es für wichtig halten, dass es eine „menschliche Natur“ gibt.
    Allerdings erheben sich u.a. auch innerhalb der Biologie Stimmen, die das Gegebensein einer „menschlichen Natur“ bestreiten.

    Zum anderen äußert sich die Sorge, wie z.B. vom Sozialphilosophen Jürgen Habermas
    dass durch neuere biotechnologische Entwicklungen „die Einheit der menschlichen Natur […] in Frage gestellt“ werden könnte.

    Die Tatsache, dass Kulturanthropologen, Existentialisten, Marxisten und neuerdings „Kulturpsychologen“ (Neurowissenschaft) darunter sind, könnte den Anschein erwecken, dass es sich hierbei um den Ausdruck der „Biophobie“ handelt.

    An manchen Stellen werden aus den Erkenntnissen Schlüsse gezogen, die, wenn nicht selbst normativ, doch als normrelevant erscheinen.

    Da diese Kriterien sowohl unwissenschaftlich als auch moralisch dubios sind, sollte auch außerhalb derartiger Diskussionen auf jede Rede von der menschlichen Natur verzichtet werden.

Eva´s Welt

Veröffentlicht: 10. Januar 2015 in Allgemein

Eva´s Welt

von boeserbub

Eva fühlte sich schuldig, aber sie wusste nicht wieso. Irgendetwas machte sie falsch. Es musste so sein – denn sonst wäre sie ja glücklich gewesen… Und das war sie ganz sicher nicht. Ihr Glück war nur ein Fake, ein gespieltes Glück, wie entworfen auf einer Leinwand und die Leinwand war sie selbst – fad, gehaltlos, nichtssagend, stumpfsinnig, labberig.

Ein Glück, das insziniert, gefeiert und heraufbeschworen werden musste und zwar um jeden Preis.
Entweder mit Sonntagsbraten, Kaffee und Kuchen, Fußball, Fanchören, plumpen Nationalstolz oder schrillen Gekreische. Mit Töpfen von Schminke und Eyeliner, vorallem wenn man Anderen beim Glücklichsein zuschaute – wie in den Sitcoms,
wo die fiktiven Zuschauer für einen das Klatschen und Lachen übernahmen… Oder im Porno, wo die Darsteller das Ficken übernahmen…

Es gab immer drei Parts, wenn es um die Inszenierung von Glück ging und ein jeder brauchte den Anderen – Autoren, Schauspieler und Zuschauer. Es war ein Theaterstück: Die Kinder waren die Schauspieler, die Eltern die Zuschauer und der Autor waren die Gesellschaft und die Medien. Und die drei Parts gehörten irgendwie zusammen und wieder auch nicht.

So war es. Man schaffte sich Kinder an, weil man keinen Hund wollte……..Und das schlimmste daran war: Wahrscheinlich stimmte das sogar in vielen Fällen.

Man stellte das Bühnenbild auf, zog die Häuserfassaden hoch, richtete sich ein, pflanzte ein paar Betunien und kaufte ein Familienauto. Ein Wald aus Illusionen. Der Inhalt war Austauschbar, erlernt und im Grunde dermaßen hohl, dass es einfach jeder erreichen konnte, wenn er wollte…
Es fuhr zwar jeder seinen eigenen Film, das hatten alle gemeinsam, Kaputte, Tätowierte, Fette, Versoffene, Versager, Arbeitssklaven und Großstadtneurotiker und sogar Verbrecher – in Gesellschaft –

Wie in einem Kokon wurden in ihr die Raupen gefüttert, um sich in einen überdimensionalen Scheißhaufen zu verwandeln.

Jugendliche litten unter einer pathologischen Frühreife. Sie wurden immer früher eingeschult, machten immer früher Abitur und kamen immer früher an die Universitäten. Da machten sie dann ihre Abschlüße und standen mit Achtundzwanzig fest im Beruf. In dem Alter gehörte man schon zum alten Eisen. Achtundzwanzig war das neue Vierzig. Und Vierzig war das neue Sechzig und alles, was darüber hiausging kam quasi aus der Steinzeit. Da blieb nicht viel Zeit zum nachdenken.

So früh wie irgendwie möglich sollten alle in den Beruf, am besten in die Technik und keine Fragen stellen.
Und dann so schnell wie möglich in die Arbeitswelt und Steuern zahlen, Kinder kriegen, Windeln wechseln, sparen für´s Auto und schön die Schnauze halten. Hauptsache es ging so weiter wie bisher. Dreihundertvierundsechzig Tage im Jahr.

Die Masse von konsumierenden Schwachköpfen. Shopping als Lebensgefühl. Geld als Sexualkraft, das war ein und dasselbe. Angst, ihr kleines bisschen Potenz zu verlieren.

Der Chor der lebenden Toten erhob sich aus den Gräbern. Man hörte ihren Gesang über den Dächern der Welt erschallen. Tief aus dem Stammhirn dröhnte es….

With the lights out, it´s less dangerous
Here we are now, entertain us
I feel stupid and contagious
Here we are now, entertain us

Vom Konsum gezähmte und ruhig gestellte Tiere im selbst geschaffenen, eisernen Käfig ihrer dekadenten, fauligen, handlungsunfähigen, liberalen Pseudokultur. Einer Kultur, die angeblich  nicht darüber hinwegtäuschen konnte, das dem Handeln und Denken ein kontrollierbares, genetisches Programm zu Grunde lag, dass sich in letzter Konsequenz auf bloße Instinkte reduzieren ließ. Ein sich selbst verwaltender Apparat zur Massenkonditionierung, eine gigantische Schweinezucht.

Ein einziger, riesiger, verlogener, korrupter, sich selbst verwaltender Kompromiss aus Meinungsvielfalt und Desorientierung, getragen von wechselhaften mal schmaler und mal breiter werdenden Stammtisch erprobten Wichtigtuern.

Genau das war diese Kultur: Ein permanenter, unterdrückter Konfliktherd, der zerrieben wurde zwischen Tausenden von Stellungnahmen, Beiträgen, Ergänzungen, wissenschaftlichen Thesen, einschliesslich ihrer Gegenthesen, politischen Parteien und einem Dutzend von Meinungen darüber. Am Ende kam dabei bloß heraus, dass alles gleich belanglos wurde.

Und das Internet war der Schmelztiegel, aus dem am Ende nicht einmal mehr Brei heraus kam, sondern noch viel weniger als Brei. Nämlich eine totale Nichtigkeit, eine riesige Projektionsfläche für jeden, eine schleimige, amorphe, grüne Substanz. Ein Gift. 100% Zucker, 0% Geschmack. Toxic Cola.

Eine geisteskranke und endgrenzte Pseudowelt, die auf eine diabolische Art und Weise viel realer war als die sogenannte reale Welt und letztendlich die ganze Absurdität und Lächerlichkeit des daseins buchstäblich auf einen Punkt brachte.

Lüge und Wahrheit waren auf unselige Weise miteinander verknüpft und wie aus einer absolut wahnwitzigen Ironie des Schicksals heraus, sprachen diese Irren, die Menschen, die Zuschauer des Ganzen es selber aus, als würden sie direkt vor der Wahrheit stehen sie anstarren mit lidlosen Augen, die sich zwar niemals schlossen, aber dennoch nicht sehen können. Sie erkannten nicht, dass sie es selber waren, die diese Welt um sich herum erschufen, Kraft ihrer negativen Gedanken und Wünsche. So wurde die Welt allmählich zu einer Wüste. Und zwar sowohl emotional, als digital, als auch geistig – und schließlich sogar ökologisch.

Und die Opfer von heute würden die Opfer von morgen sein: Opfer, die nach Opfern suchten und am Ende alles und jeden Opfer nannten, ohne zu erkennen, dass sie selbst die Opfer waren.

Es war gruselig. Männchen, in Markenklamotten, aussehend wie ihre Mutti´s, Tussi´s, die sich bei Zalando oder H&M bis zum Erstickungstod mit Klamotten eindecken und aussahen wie ihre eigene Oma´s, kleine Ghettopisser mit krasser Internetflat auf dem I-Phone – all diese wandelnden Geschlechtsteile, die auch noch glaubten sich fortpflanzen zu müssen.

Opfer? In gewisser Weise ja. Aber der Traumatisierte sucht immer Opfer, die er genauso traumatisieren kann wie er traumatisiert worden ist. Natürlich ist das auch psychisch. Aber das ist nur die Schablone, die Maske. Darunter verbirgt sich das Grauen. Hundertfach hab ich es abgetestet.

Und die Männchen saßen vor ihren Computern, vor ihren Ersatzmüttern und holten sich einen runter, wenn noch was ging, ansonsten sprachen sie von Gesetzen und von Errungenschaften der Moderne und unterhielten sich über Inhaltslosigkeiten einer primitiven Unterhaltungsindustrie für die dumme Masse. Alles war proportioniert, aufeinander abgestimmt, jedes Gefühl, jede Tiefe fehlte. Es gab nur oberflächliche Emotionen und Effekte und für die musste man bezahlen. Allein schon die Musik. Kein Song dauerte länger als vier Minuten und man merkte nicht einmal, wann der eine aufgehört und der andere angefangen hatte. Jeder Text wurde abgekürzt, zerhackt, zensiert und verflacht.

Am Ende entstand daraus nichts als ein affektives Wirrwarr aus Halbsätzen und abgebrochenen Gedankenketten, die sich in wilden, zerbrochenen Assoziationen erschöpften, eine endlose Kette von stilistischen Brüchen. Man wurde regelrecht zerstückelt. Ekelhaft. Porno, Horror, Kitsch, Müll, Poesie, Kritik, Philosophie, Religion. Alles stand nebeneinander zur Auswahl und verschmolz zu einem Ganzen, das weniger war als die Summe seiner Teile.

Und was war das Ergebnis? Die Menschen genossen gar nichts mehr richtig, sie konsumierten nur noch und die einzige Form von Freiheit lag darin sich durch sein Konsumverhalten von anderen abzusetzen: Die einen aßen im Steakhaus, die anderen kauften Biokartoffeln. Die einen trugen High Heels, die anderen ihre ausgelatschten Chucks. Konsum-Identität. Mehr gab es nicht: Ich bin, was ich poste und kaufe, erlebe nichts, genieße nicht´s, wie auch. Was ist darunter? Die leeren Verpackungen, die ich weggeschmissen habe, ein Müllberg, der den Abfluss verstopft.

Deshalb waren Drogen auch so weit verbreitet. Nicht wegen der Mafia oder der Politik oder all der bösen Dealer, sondern weil die Menschen entkernt waren. Sie erlebten nichts mehr, nichts, das sie wirklich berührte und innerlich ansprach. Alles war nur noch Zeitvertreib, Beschäftigungstherapie für die Massen, Brot und Spiele und Disco. Die Drogen waren nicht dafür da das Hirn aus-, sondern um das Herz einzuschalten.

Alles künstlich und gefaked in ihrer Welt im portionierten, städtischen Retortenfamilienleben: Vater, Mutter, Kind, Hund, Katze, Wollmütze. Monströs, blockweise aneinander gereiht, zum Gassi gehen.

Literatur

Kolja Mertz / Evas Fluch – der Untergang des christlichen Abendlandes und das Ende der Welt / Verlag: epubli GmbH, 2014