„Von unserer „menschlichen Natur“

Veröffentlicht: 15. Dezember 2016 in Allgemein
  • „Von unserer „menschlichen Natur“ …“

    Von Aussagen, die den Ausdruck bemühen, werden Auskünfte ganz verschiedener Art erhofft:

    darüber, was uns von den Affen unterscheidet;
    darüber, wie unser Reagieren und Handeln zu erklären sind;
    darüber, welche Auswirkungen unsere Körperlichkeit auf unsere Identität hat;

    und darüber, wie wir leben sollten.

     

    Somit erscheint „die Frage nach der menschlichen Natur“ als ein Ruf nach Entdifferenzierungen.

    Es ist immerhin auffallend, welche verschiedenartigen Autoren es für wichtig halten, dass es eine „menschliche Natur“ gibt.
    Allerdings erheben sich u.a. auch innerhalb der Biologie Stimmen, die das Gegebensein einer „menschlichen Natur“ bestreiten.

    Zum anderen äußert sich die Sorge, wie z.B. vom Sozialphilosophen Jürgen Habermas
    dass durch neuere biotechnologische Entwicklungen „die Einheit der menschlichen Natur […] in Frage gestellt“ werden könnte.

    Die Tatsache, dass Kulturanthropologen, Existentialisten, Marxisten und neuerdings „Kulturpsychologen“ (Neurowissenschaft) darunter sind, könnte den Anschein erwecken, dass es sich hierbei um den Ausdruck der „Biophobie“ handelt.

    An manchen Stellen werden aus den Erkenntnissen Schlüsse gezogen, die, wenn nicht selbst normativ, doch als normrelevant erscheinen.

    Da diese Kriterien sowohl unwissenschaftlich als auch moralisch dubios sind, sollte auch außerhalb derartiger Diskussionen auf jede Rede von der menschlichen Natur verzichtet werden.

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